Kategorien
2013-2

Licht im “Europa-Dschungel”

Die EU in Brüssel, Straßburg und Luxemburg beschäftigt viele Menschen und ist ein bedeutender Arbeitgeber. Immerhin 50.000 arbeiten direkt für die Union. “Nicht wirklich viel”, meint Martina Kissing, Leiterin der EUROPA Förderung der Stadt Wuppertal. Schließlich sei ein Großteil davon in Übersetzerfunktionen beschäftigt. “Europa in Wuppertal”, das Thema der Politischen Runde lockte zahlreiche Menschen in den Saal, die eine Menge darüber erfuhren, wie “europaaktiv” ihre Kommune eigentlich ist, ohne dass es den Bürger/innen wirklich bekannt wäre. “Man muss sich gut auskennen, um etwa an europäische Gelder zu kommen.” Und die spielen in der Region eine zunehmend wichtige Rolle. Martina Kissing und ihr Team bei der Stadt sind echte Profis in Sachen EU-Programme, von denen es so viele gibt, dass man sie gar nicht aufzählen kann, ohne damit grenzenlose Verwirrung zu stiften. Die neue “Förderrunde” steht jetzt unmittelbar vor der Umsetzung (2014-2020). leider liegt das Geld nicht auf der Straße, sondern will beantragt werden. Das macht natürlich Arbeit. Die schlechte Nachricht vorweg: ca. 25% weniger Mittel fließen demnächst in die Strukturfonds, von denen EFRE und ESF die bekanntesten und in NRW wohl die wichtigsten sind. Die gute Nachricht: Das Projektmanagement, die Verwendungsnachweise, Mittelzuteilungen etc. werden künftigt durchweg vereinfacht, “entbürokratisiert” so zu sagen.
In kurzem Klartext nur soviel:
EFRE (=”Europäischer Fonds für regionale Entwicklung”)
Stärkung von Forschung, technologische Entwicklung und Innovation /
Energie-und Klimasschutz /
Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung /
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von KMU

ESF (= “Europäischer Sozialfonds”)
Eingliederung von jungen Leuten ohne Ausbildungslatz & Arbeit /
Aktive soziale Eingliederung & Bekämpfung von Armut /
Förderung des Zugangs zu lebenslangem Lernen /
Anpassung der Arbeitskräfte, Unternehmer an den Wandel

Und was leistet die EUROPA Förderung in diesem Zusammenhang?
Kurz gesagt: es geht in erster Linie um Koordinierung, Beratung, Service – nicht nur verwaltungsintern sondern für alle Bürger/innen der Stadt, für Unternehmen, Institutionen, Vereine oder Verbände. Mit anderen Worten: Die EUROPA Förderung versorgt die Wuppertaler “Zivilgesellschaft” mit Informationen über aktuelle Ausschreibungen, über passende Programme für alle möglichen Projektvorhaben, unterstützt bei der Entwicklung von Projektskizzen und Konzepten. Und wenn es sein muss, ist sie sogar behilflich bei der Suche nach möglichen und notwendigen Partnerprojekten in den EU-Mitgliedsstaaten. Dann öffnen Martina Kissing und ihr Team die sorgfältig gepflegte Datenbank mit Adressen aus europäischen Netzwerken. Denn auch das ist ein Vorteil für die Stadt: Das Team der EUROPA Förderung hat selbst viele Jahre lang unterschiedliche transnationale Projekte durchgeführt und verfügt damit nicht nur über einschlägige Erfahrungen sondern vielleicht viel wichtiger noch: über zahlreiche Kontakte.

Ist Wuppertal also europaaktiv? “Sehr wohl”, meint Martina Kissing. Und die Zahl der “Aktivisten” dürfe ruhig noch steigen. Das Publikum in der Runde hat sie überzeugt. Weitere Informationen gibt es hier.