Wie können wir (wieder) miteinander streiten?

Zum 60. Geburtstag der Politischen Runde

Nach einer Umfrage des Allensbach-Instituts haben mehr Menschen in Deutschland das Gefühl, ihre politische Meinung nicht frei äußern zu können. Auf die Frage „Haben Sie das Gefühl, dass man heute in Deutschland seine politische Meinung frei sagen kann, oder ist es besser, vorsichtig zu sein?“ antworteten 44 Prozent der Befragten – so viele wie noch nie -, dass es besser sei, vorsichtig zu sein. Da aber Meinungsunterdrückung durch Staat, Kirche oder Wirtschaft in Deutschland fraglos nicht existiert, kommen die Einschüchterungseffekte aus der Gesellschaft selbst.
Die Politische Runde war und ist seit 60 Jahren ein Ort des demokratischen Austausches, der Debatte und des „Miteinander-Redens“. Aus Anlass des 60. Jubiläums fragen alle vier Moderator*innen der Politischen Runde gemeinsam nach dem Stand der Debattenkultur in Deutschland. Wie kann fruchtbarer Streit die gesellschaftliche Debatte bereichern und welche Faktoren sind dafür entscheidend, dass wir über die wirklich wichtigen Themen (Klimakrise, Bildung, Digitalisierung, Coronafolgen, etc.) streiten und nicht über Currywürste und andere Nebensächlichkeiten wie im Bundestagswahlkampf?
Wie eine neue Streitkultur aussehen kann, hat die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Andrea Römmele in ihrem Buch „Zur Sache!“ ausgeführt. In der Jubiläums-Ausgabe der Politischen Runde seziert sie die aktuelle „Erregungsindustrie“ und zeigt auf, wie wir stattdessen produktiv miteinander streiten könnten: Bürgerinnen und Bürger, Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten, Wuppertalerinnen und Wuppertaler.

Prof. Dr. Andrea Römmele

ist Professor of Communication in Politics and Civil Society an der Hertie School in Berlin. Sie hat in den USA und Deutschland Politik und Kommunikationswissenschaften studiert.

Die Teilnahme ist persönlich (nach den am Veranstaltungstag geltenden Covid19-Regeln) oder per Videokonferenz möglich.

Moderation: Annette Hager

Zeit: Montag, 26. Oktober 2021. 19:30 Uhr
Ort: Bergische VHS, Wuppertal-Elberfeld, Auer Schulstr. 20,
Otto-Roche-Forum (Raum A011, Erdgeschoss in Gebäude A)
Der Eintritt ist frei. Es gilt das Prinzip „Pay what you like.“
(Zahle, was Du magst.)