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2012-2

Von Gurkenstaaten und Schnäppchenkanzlern

Kosters Kommentare, die Zwote: O-Töne vom Abend

Alter:„Vonde!Richtig alt werden, das können Sie sich doch gar nicht leisten.“   Armut:„An den Eisblumen am Fenster werdet ihr sie erkennen. Die Armut in Deutschland. Da bekommt die soziale Kälte doch gleich eine ganz andere Dimension. Übrigens: Wir lassen unsere Hartz IV-Kinder auch gleich kalt duschen. Hat Tacheles raus gekriegt: Wenn Hartz IV-Empfänger in ihrem Badezimmer einen Boiler haben, bekommen sie einen Warmwasser-Zuschuss. Doch gibt es für Kinder weniger als für Erwachsene.“  

Banken: „Ich kümmere mich ja immer um die Frage der Macht. Und die Macht, die sehe ich inzwischen immer weniger bei den Politikern und immer mehr bei den Banken. Besonders interessant finde ich da die vollkommen skrupellose Investmentbank Goldman-Sachs. Die sorgt nämlich dafür, dass demokratische Regierungen immer mehr zu Inkasso-Agenturen schwer reicher Investoren werden.“  

Draghi: „Mario Draghi, der  Chef der Europäischen Zentralbank, der sorgt noch dafür, dass es mit dem Euro aber so richtig bergab geht. Und raten Sie mal, wo der vorher gearbeitet hat. Richtig: bei Goldman- Sachs. Und was hat er damals gemacht? Richtig: Die Griechen in kreativer Rechenführung beraten und ihnen die Aufnahme in die europäische Währungsunion ermöglicht.“   Griechen: „Die sind so was von Pleite, die können sich nicht mal mehr U-Boote aus Deutschland leisten. Nein, die wollen zwar weiterhin vor Zyperns Küste patrouillieren, aber dieses Mal im selbst geschnitzten Einbaum.“ Merkel: „Frau Koster, auch in Europa unterscheiden wir zwischen Schurkenstaaten und Gurkenstaaten. Die einen, zum Beispiel wir, saugen aus, die anderen, zum Beispiel Griechenland, die werden ausgesaugt.“  

Obama: „Was hat er den Amerikanern nicht alles versprochen mit seinem ‚Yes-We-Can‘- Gesäusel: Das Land wollte er einen, Guantanamo schließen, die Steuervergünstigungen für die Superreichen abschaffen, dazu noch selber Kuchen backen, einen Hund für seine Kinder kaufen und übers Wasser gehen. O.k., den Hund für seine Töchter, den hat er gekauft. Den Rest hat er nicht gebacken gekriegt.“ „Obama hat die Kriege der USA nicht beendet. Er führt sie nur mit anderen Mitteln. Feigheit vor dem Feind. Und im Moment da hat er ja richtigen Ärger: Da musste sein Lieblingsgeneral David Petraeus zurücktreten, weil sich seine Seitensprünge nun mal nicht so exakt berechnen lassen wie die Flugbahn von Obamas Drohnen.“  

Öttinger: „Der tritt demnächst  bei „Wetten dass“ auf. Der wettet, dass er die letzten noch lebenden Eisbären eigenhändig zu Tode streicheln kann, nur damit VW keine umweltfreundlichen Autos bauen muss.“  

Rente:  „Hauptsache, die Rente ist sicher. Wie hat Ulla Schmidt das damals so schön gesagt. Sie wolle die Rente auf 43% des Netto-Einkommens reduzieren, damit die Renten verlässlicher würden. So würden die  Rentner weiterhin am wachsenden Wohlstand beteiligt.  Volker Pispers, der hat der guten Frau deswegen eine Denkleistung von 43% des Nettohirns bescheinigt. Ich  finde dieses Urteil deutlich zu hart. Schließlich verdanken wir Ulla Schmidt, weise Sätze. Sätze, die die Gesundheitspolitik sehr weit nach vorn gebracht haben. Sätze wie „Vor dem Essen Händewaschen nicht vergessen“.  

Schröder: „Sie (Merkel) versteht sich aber lange nicht mehr so gut mit Putin, wie seinerzeit Gerhard Schröder, der jetzt als Russischer Gasableser arbeitet. Na, der hat sich schon immer als Russlands Rohr zum Westen gesehen.“  

Steinbrück:   „Ich finde, Steinbrück ist die logische Konsequenz der Regierung Merkel. Schließlich sind immer mehr Leute, so wie er, auf Nebenjobs angewiesen.“ „Der hat pro Monat  fast 28.000 Euro zusammen gequatscht . Also, da kann er beim Amtsantritt auch gleich auf unser kümmerliches Kanzlergehalt verzichten.  Dann werden wir zum Nulltarif regiert. Und Banken und Versicherungen können endlich mal was dafür zahlen, dass unser Kanzler mit ihnen redet. Steinbrück, ein echtes Kanzlerschnäppchen.“